Gelb-schwarzgesäumt

Perlen unter den Orpington

Schönheit und Ästhetik pur: der Gelb-schwarzgesäumte Farbenschlag



Der Ehrenvorsitzende des SV und Sonderrichter Rolf Daubenthaler aus Mühlbach schrieb 1997 in seinem Buch über die gelb-schwarz-gesäumten Orpington:

 

„ Von Veltheims großer Wurf.  Mit den gelb-schwarz-gesäumten Orpington trat in den siebziger Jahren ein Farbenschlag der Orpington auf den Plan, der binnen kurzem das Herz der Züchter im Sturm eroberte und zu einem der beliebtesten Farbenschläge aufstieg. Dies hatte sich der Erzüchter Jobst von Veltheim wohl kaum träumen lassen. Der große Wurf war gelungen !“

 

Unser SV- Ehrenmitglied und ehemaliger Sonderrichter Jobst von Veltheim ( +) befasste sich seit 1955  mit der Herauszüchtung neuer Farbenschläge der Orpington. Zum 100 jährigen Bestehen des Braunschweiger Geflügelzuchtvereins zeigte er erstmals „blau-gelbe Orpington“, also in Braunschweiger Farben. Daraus wurden dann die „gelb-schwarzen“, die später „gelb-schwarz-gesäumt“ geanannt wurden. Sie erhielten den Vorzug vor den „gelb-blaugesäumten, weil der Kontrast letzterer schwächer in Erscheinung trat. 1963 wurden sie erstmals im Vorstellungsverfahren präsentiert.



 

Dieser Farbenschlag ist der jüngste in der Geschichte der Orpingtonzucht. Jobs von Veltheims Aussagen zufolge dachte er anfangs nicht an gelb-schwarz-gesäumte Orpington, er wollte vielmehr die Mahagonifarbe zeigen.

Er kreuzte einen rötlichen Hahn mit einer schwarzen Henne. Einen Hahn der F1-Generation paarte er an eine bunte Sussexhenne. In de rF2-Generation wurde wieder ein gelber Hahn eingesetzt. Statt der Mahagonifärbung zeigte sich jedoch eine Säumung. Um die Säumung zu festigen wurde eine schwere würfelartige Barnevelderhenne eingekreuzt. Danach wurden wieder gelbe Orpingtonhennen in die Zucht eingebaut. Da von Velheim auch Kreuzungsversuche mit seinen blauen Orpington unternahm, erhielt er auch blaugesäumte Tiere.

 

1965 wurden die gelb-schwarz-gesäumten erstmals auf der Nationalen in Frankfurt vorgestellt. Den Namen gelb-schwarze behielten sie bis zur offiziellen Anerkennung am 15.12.1972 durch den BZA. Sie wurden unter dem Namen gelb-schwarz-gesäumte Orpington anerkannt.

 

Der Erzüchter, Jobs von Veltheim, äußert sich wie folgt über die Schwierigkeiten dieses Farbenschlages:

„Bei den Schwarz-Gelben war es überaus schwierig, die Säumung hereinzubekommen. Es schien beinahe unmöglich an die weiche Feder den klaren Saum zu stellen. Dass unter mehreren hundert Tieren langsam konstante gute Saumtiere fallen,..........weiterhin ist für mich beruhigend, die volle Würfelform erreicht zu haben-.............

Wenn ich weiterhin mit dieser Neuzüchtung zeitlich, arbeitsmäßig und auch finanziell durchhalten kann, müssten eigentlich 1971 und 1972 in großer Zahl beste gesäumte schwarzgelbe Orpington fallen. Die Frage bleibt der Natur überlassen, ob der hellere oder dunklere Gelbton der Feder sich durchsetzt ? ; vielleicht sollte man eines Tages den Farbenschlag –falls es zur Anerkennung kommt- schwarzgold nennen, zumal wir bei den großen gelben Orpington mehr und mehr dazu übergehen, bei der Bewertung die Bezeichnung „Goldgelb“ zu verwenden. Es fallen mehr und mehr rotbraungelb gesäumte Orpington bei mir. Bislang laufen sie hier in der internen Zuchtsprache als Mahagonifarbe. Es ist die Erbmasse der vor langen Jahren eingekreuzten Barnevelder. Ich stelle sie zur Begutachtung aus; wobei ich selbstverständlich auf dem Standpunkt stehe, dass nur der Farbenschlag bei den Orpington eines Tages anerkannt werden sollte, der sich erbmässig konstant durchsetzt. In zwei bis drei Jahren wissen wir alle mehr . „ !

 

Diese Schreiben verfasste Jobst von Veltheim 1970 und richtete es an den damaligen BZA-Vorsitzenden Friedrich Regenstein. In diesem Schreiben kommen die Probleme dieses Farbenschlages zum Ausdruck. Weiterhin berichtet er schon von der unterschiedlichen Gelbfärbung. Eine Entscheidung in dieser Frage wird allerdings erst später getroffen.

 

Nach der Anerkennung gab von Veltheim Tiere ab, um eine breitere Basis aufzubauen. Hermann Stübs erwarb die ersten Tiere. Beide Züchter verfolgten ihre eigene Linie. Stübs kreuzte eine schwarze Orpingtonhenne ein, was sich überaus positiv auswirkte. Seien Tiere waren in der Grundfarbe satter. Das Gelb wurde zimtfarbener. Durch den schwarzen Farbstoff trat der schwarze Saum klar hervor. Bei seinen Tieren verschwand der helle Federkiel.

Jobst von Veltheims Tiere waren im allgemeinen heller, da er gelbe Orpington einkreuzte. Dadurch besaßen seine Tiee eine hellere Grundfarbe und der helle Federkiel war, bzw. bleib noch vorhanden.

 

Auf einer Nationalen in Nürnberg wurde die Entscheidung getroffen, mit dem Ergebnis,. Dass die zimtfarbenen Grundfarbe den Vorzug erhielt. Nach dieser Entscheidung geriet der Farbenschlag in einen Aufwind. Das erste V-Tier ( ein 1,o) dieses Farbenschlags wurde 1981von Hermann Stübs vorgestellt. Dieser Hahn wurde damals als „Jahrhunderthahn“ bezeichnet. Die Fachwelt hat sich wie folgt geäußert:

„Als absoluten Höhepunkt in der Geschichte der gelb-schwarz-gesäumten Orpington konnte das Jahr 1981, als Hermann Stübs einen gelb-schwarz-gesäumten „Jahrhunderthahn“ anlässlich der Hauptsonderschau in der Turnhalle zu Alzey - Heimersheim vorstellte.  Es war ein V-Hahn, der in der Nachkriegszeit seines gleichen sucht. Unermüdlicher Züchterfleiß und Ausdauer waren damit belohnt“!

 

Der Autor erinnert sich heute noch sehr gut an diesen phänomenalen 1,o und an die –nach der Bewertung statt gefundene Sieges-Party, die Hermann Stübs veranstaltete !

Hermann Stübs hat für die Verbreitung dieses Farbenschlags neben dem Erzüchter Jobst von Veltheim sehr viel geleistet.

Bruteier und Küken gingen nicht nur nach ganz Deutschland, sondern auch in das benachbarte Ausland.

Die gelb-schwarz-gesäumten erlebten einen enormen Aufschwung, und Beliebtheitsgrad. Sie verbreiteten sich in rasanten Schritten in ganz Europa.

 

Bei den gelb-schwarz-gesäumten kann man von einem schwierigen Farbenschlag sprechen, doch ihre Zukunft kann als gesichert angesehen werden; sie haben ihren Weg gemacht, auch wenn es in den zurück liegenden Jahren immer wieder einmal zu Höhen und Tiefen in der einzelnen Zuchten gekommen ist.

 

Unter der gesamten Palette unserer Großrassen sind sie schon einmalig. Bei den Zwerg Orpington kann man in den letzten Jahren ebenfalls eine großartige Entwicklung dieses Farbenschlages verfolgen, bzw. erkennen !

Durch die Erzüchtung und Schaffung dieses sehr aparten Farbenschlages auf den Orpingtonwürfel hat sich Jobst von Veltheim ein Denkmal gesetzt.

 

 

Für weitere Auskünfte und Züchteradressen steht der SV Dt. Orpingtonzüchter jederzeit zur Verfügung.