Rosenkamm

Die Wiederauferstehung der rosennkämmigen Orpington

 

 

 

 

Nach dem 2. Weltkrieg waren sie verschwunden, nun bereichern sie wieder die große Orpingtonfamilie.

 

 

Gerd Fichtner aus Brachstedt hat sie im gelben und im schwarzen Farbenschlag wieder herausgezüchtet.


Die gelben rosenkämmigen Orpington

 

Enorm viel Idealismus, Engagement, Ausdauer, Fleiß und finanzieller Einsatz gehörten in den letzten beiden Jahrzehnten dazu, dass es sie wieder gibt: Die Orpington mit Rosenkamm.

 

Vor dem 2. Weltkrieg wurden rosenkämmige Orpington in den verschiedensten Farbenschlägen bereits gezeigt; allerdings überlebten sie die Kriegswirren nicht und galten seither als ausgestorben.

 

Knapp 5o Jahre später beschäftigte sich Gerd Fichtner aus Brachstedt, -Sonderrichter und Vorstandsmitglied des SV Dt. Orpingtonzüchter e.V.-  mit der Widerentstehung der rosen-

kämmigen Orpington.

 

Zunächst im gelben und anschl. im schwarzen Farbenschlag.

 

1993 begann er mit der Herauszüchtung der gelben rosenkämmigen.

Ein gelber Wyandottenhahn und zwei gelbe Orpingtonhennen standen Pate. Ein langer und schwieriger züchterischer Weg begann.

Aus dieser o.a. Paarung fielen sehr wenig Küken mit Rosenkamm und brauchbarer Farbe, so dass 1994 diese Paarung wiederholt und zusätzlich mit einem 1,o  Orpington gelb und o,2 Wyan- dottenhennen gezüchtet wurde.

 

Aus dieser Nachzucht fielen sehr viele Küken mit Rosenkamm; leider aber auch reichlich viele Tiere mit gelber Lauffarbe.Die Würfelform war allerdings zu diesem Zeitpunkt schon deutlich erkennbar. 

 

In den Jahren 1995 / 96 wurde die rosenkämmige Nachzucht an reinerbige gelbe Orpington mit Einfachkamm gepaart.

Die Nachzucht ergab 50 % rosenkämmige und 50 % einfachkämmige Tiere, wovon noch ca. 25 % gelbe Läufe aufwiesen.

 

Der erste sichtbare Erfolg stellte sich aber ein. Prima Formentiere  -im Würfeltyp stehend- und ordentlichen Rosenkämmen legten den Grundstein für eine erfolgreiche Basisarbeit, bzw. Zukunft.

In den Jahren 1997 / 98 wurden in 4 Zuchtstämmen die rosenkämmigen Tiere untereinander verpaart und die Nachzucht in Ulm zur Sichtung vorgestellt.

Im Vorstellungsverfahren sah man sie dann in 2000 in Sinsheim, 2001 in Dortmund und im Jahr 2002 wurden die gelben Orpington mit Rosenkamm schließlich anerkannt. 

 

In den Folgejahren erlebte der Herauszüchter viele Höhen und Tiefen.

Mittlerweile hat er es jedoch geschafft, dass die Qualität der  Rosenkämmigen den Einfach- kämmigen in Form und Farbe durchaus Paroli bieten kann.

Das Niveau des derzeitigen Zuchtstandes kann sich sehen lassen !

Die gezeigten Tiere auf den letzten 5 Hauptsonderschauen war eine Augenweide ( u.a. wurden mehrere Tiere mit der Höchstnote vorzüglich und der Note hervorragend bewertet).

Die Kämme dürfen durchweg noch etwas zarter und edler werden; ich bin aber davon überzeugt, dass dieser Wunsch in einigen Jahren der Vergangenheit angehören wird, sofern sich noch mehr Idealisten und Freunde mit den „Rosenkämmigen“ beschäftigen werden.

 

Die schwarzen rosenkämmigen Orpington

 

Im Sichtungsjahr der „gelben rosenkämmigen“ (Ulm 1999) begann G. Fichtner dem schwarzen Farbenschlag den „Rosenkamm“ aufzusetzen.

 

Auch hier verpaarte er zunächst einen 1,o schwarzen Orpington mit Einfachkamm an eine 0,1 schwarze –eigens dafür ausgewählte- Wyandottenhenne.

Die erste Nachzucht brachte zwar Anstieg und Lack, jedoch sehr schlechte Lauf- und Augenfarben sowie gelbe Fußsohlen. Auch war die Standhöhe sehr mangelhaft.

 

Es begann ein harter und äußerst schwieriger Leidensweg für den Herauszüchter.

Im Jahre 2000 wurde ein 1,o rosenkämmiger aus dem ersten Jahrgang mit 0,2 schwarzen einfachkämmigen Orpington verpaart sowie ein 1,o einfachkämmiger, reinerbiger Orpington mit o,2 rosenkämmigen Orpington, ebenfalls aus dem ersten Jahrgang.

Beide Zuchtstämme brachten erstaunlicherweise einige brauchbare Tiere mit Rosenkamm hervor.

Somit war der Grundstock –lt. Aussage von Gerd Fichtner- gelegt.

Die Augen- wie auch Lauffarbe- brachten allerdings über Jahre hinweg große Probleme mit sich, wobei die Standhöhe aus der Verpaarung mit den reinerbigen einfachkämmigen Orpington in Ordnung war.

Viele 1,o zeigten allerdings graues Untergefieder und Schilf in der Besichelung.

Im Jahre 2001 wurde ein 1,o aus der F 2 Generation an eine reinerbige o,1 Orpington mit Einfachkamm gepaart, wodurch eine ordentliche Verbesserung der Rahmengröße (Würfel und Volumen) sowie der Lauf- und Augenfarbe erzielt wurde.

Aus dieser Verpaarung fielen zwei Tiere mit hochfeinen Einfachkämmen die in der Schausaison mit Höchstpreisen bedacht wurden; die restlichen Jungtiere zeigten schon beachtliche Rosen-kämme, die aber noch sehr grob waren. 

 

Die Basis für die Zukunftsarbeit war jedoch gelegt.

Schwierigkeiten hatte der Herauszüchter allerdings über Jahre hinweg mit der Größe und dem Volumen, da die Ursprungstiere zu klein waren.

Im Jahre 2002 wurde die Nachzucht von dem Stamm 1,o Rosenkamm an reinerbige o,1 schwarze einfachkämmige gepaart. Das Ergebnis war verblüffend.

Augen- und Lauffarbe, Standhöhe und Größe wurden schlagartig deutlich verbessert.

Negativ fielen die immer noch teilweise gelbe Fußsohlen und leider immer noch recht unschöne Rosenkämme auf. Auch gab es sehr viele Tiere mit Einfachkämmen und enormen Auswüchsen an den Kammfahnen.

 

2003 errang G. Fichtner erstmals auf einen gelben 1,o rosenkämmigen Orpington auf der Hauptsonderschau „ V 97 Punkte“.

Diesen Hahn setzte er mit o,3 rosenkämmigen schwarzen aus BR 2002 zusammen; wodurch ihm der „große Wurf“ gelang. Er selbst bezeichnet diese Paarung als „Durchbruch“.

 

Die Nachzucht zeigte 50 % Tiere mit Rosenkamm, prima Anstieg und deutlich mehr Unterlinie –wie in den Jahren zuvor-. Die Jungtiere waren zudem deutlich kräftiger, die bisher schlechte Augen- und Schnabelfarbe war fast verschwunden !

 

Im Jahr 2003 zeigte G. Fichtner auf der HSS in Rottleben erstmals einen Stamm (1,2) in beachtlicher Qualität, der allerdings ohne Bewertung blieb, da die Anerkennung noch in weiter Ferne lag.

 

2004 stellte er den Antrag zur Vorstellung beim BZA.

Ab 2004 wurden dann die unterschiedlichsten Paarungen vorgenommen, wie z.B.

·        Rosenkamm x Rosenkamm

·        Rosenkamm x schwarz reinerbig einfachkämmigem Orpington

·        1,o Rosenkamm x Einfachkämmig aus Rosenkamm

·        1,o einfachkämmig x o,1 aus Rosenkamm x Rosenkamm

 

Die Basis, der Erfolg und der Durchbruch waren geschafft. 

 

In Leipzig 2004 wurden die ersten schwarzen rosenkämmigen Orpington vom Herauszüchter ausgestellt.In den Folgejahren wurden immer wieder Tiere im Anerkennungsverfahren vorgestellt, allerdings gab der BZA erstim Jahre 2009 „grünes Licht“ und erkannte die schwarzen Orpington mit Rosenkamm auf der Bundesschau in Leipzig an.

 

Unserem Zuchtfreund und Sonderrichter Gerd Fichtner gilt unser Dank und unsere Anerkennung für das Geleistete; vor allem für die vielen Jahre züchterischer Arbeit, die geprägt waren von Fleiß, Rückschlägen, Ausdauer, aber auch großen finanziellen Opfer !

 

Mögen die gelben wie auch schwarzen Rosenkämmigen Orpington viele Freunde und Liebhaber finden, damit sie sich unter den 12 Farbenschlägen der einfachkämmigen Orpingtonfamilie etablieren und eine Zuchtbasis erreichen, wovon der Herauszüchter träumt. 

 

Mögen sie nie wieder ein solch tragisches Schicksal erleiden wie im 2. Weltkrieg.

 Sie sind wieder auferstanden und stehen unserer Nachwelt zur Verfügung.

Machen wir was draus !

 

Wer Interesse hat, bzw. wer sich den rosenkämmigen Orpington, ob in gelb oder schwarz widmen möchte, wende sich zwecks Bruteier, Küken oder Jungtiere an Gerd Fichtner, Brachstedt (Telefon: 03460421089).

 

 

 

Helmut Demler

 

Sonderrichter

und 2. Vors. des Sondervereins Deutscher Orpingtonzüchter

 

 

Hier zwei Fachberichte, zum Vergrößern bitte anklicken